„Ich kenn‘ dich aus deinem Podcast“

Busfahrerin

„Die persönliche Note ist ein ganz wichtiger Aspekt der Podcastwelt. Ich mag Stimmen und viele der Stimmen in den 30 bis 40 Podcasts, die ich regelmäßig höre, würde ich keinesfalls missen wollen. Oder was wäre die morgendliche Busfahrt zur Arbeit ohne den Explikator? Undenkbar!“ 

Melanie Bartos, bei Wissenschaftspodcasts

Wenn es über Podcasts gelingt, eine enge Bindung zum Publikum aufzubauen, so hat das vor allem mit dem Faktor Persönlichkeit zu tun. Tim Pritlove bezeichnet sie in einem Blogbeitrag als das „persönlichste Medium überhaupt“, sowohl in der Produktion als auch in der Rezeption. Die persönliche Note ist wohl auch eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Podcasts gegenüber herkömmlichen Hörfunksendungen, in denen den Akteur*innen durch eng gesteckte Formatvorgaben und Konventionen in der Regel wenig Raum bleibt, sich selbst zu entfalten. Sich im Podcast von seiner persönlichen Seite zu zeigen, schafft aber noch mehr als eine enge Beziehung zum Publikum: Es prägt auch die Wahrnehmung und den Blick auf die verhandelten Themen und schafft für das Publikum so oftmals neue und spannende Perspektiven.

Beispiel „Die Anachronistin“

Wer das am Beispiel nacherleben möchte, dem lege ich den Podcast „die Anachronistin“ ans Herz. Ich habe alle im Sommer 2017 verfügbaren Folgen im Urlaub gehört, meistens gleich mehrere hintereinander. Ich war fasziniert und fühlte mich von der Autorin, Nora Hespers, in die Geschichte ihres Großvaters, ihres Vaters – in ihre Geschichte – hineingezogen.

„Die Anachronistin“ ist ursprünglich als Blogprojekt gestartet, mit dem Nora die Geschichte ihres Großvaters nachzeichnet, eines politischen Aktivisten, der sich aus dem Exil im Kampf gegen die Nationalsozialisten engagierte, eine Zeitschrift herausbrachte und wegen „demokratischer Bestrebungen“ als „Terrorist“ in Berlin hingerichtet wurde. Die Autorin berichtet in ihrem Vortrag bei der re:pulica 2017 über ihre Motivation, dieses aufwändige Projekt zu starten.

Nora zeigt ihre persönliche Betroffenheit, die neben der familiären Bindung vor allem durch aktuelle politische Entwicklungen geprägt ist. Sie zeichnet ihre eigenen Recherche nach, ihre Irrungen, Aha-Erlebnisse und Erfolge, ihre Grenzen, die sie als Laien-Historikerin zu erkennen glaubt, vor allem aber ihre persönlichen Gedanken und Empfindungen bei der Suche nach Dokumenten, Zeitzeugen und Details aus dem Leben ihres Großvaters. Dabei stellt sie immer wieder Bezüge zu ihrer aktuellen persönlichen, aber auch zu unserer gegenwärtigen politischen Situation her: Sie verweist auf Analogien zu den Entwicklungen in den USA in der Ära Trump, macht deutlich, wie sehr uns die Verfolgung von Journalisten in der Türkei betreffen sollte und berichtet, wie die Pegida-Bewegung zu ihrem persönlichen Auslöser wurde, dieses Projekt zu starten. Sie lässt uns teilhaben an ihrem Staunen und schafft nicht zuletzt durch ihre ironischen und humvorvollen Einschübe einen guten Zugang zu dem bedeutungsschweren Thema und der an sich sehr traurigen Geschichte. Ich hoffe sehr, dass viele Lehrkräfte auf die Idee kommen, diesen Podcast im Unterricht einzusetzen, wenn sie das Thema Widerstand im Dritten Reich behandeln oder wenn sie mit den Schüler*innen über den aktuellen Rechtsextremismus in unserem Land sprechen.

Aufarbeitung der Gegenwart

Als ich mich in meinem Studium einmal mit Literatur von Widerstandskämpfern beschäftigt habe, haben mir die Bücher und Schriften die Ereignisse meist als meist männlich geprägte Heldenerzählungen vermittelt und mich auf diese Weise nur bedingt erreicht. Nora hat mir diese Geschichte neu erzählt. Sie berichtet auch von den Frauen im Leben ihres Großvaters, von den politischen Aktivistinnen genau wie von ihrer eher unpolitischen Großmutter. Sie erzählt vom Alltag im Exil. Sie lässt ihren Vater zu Wort kommen, der eine mindestens genauso spannende Figur in der gesamten Erzählung wird. Sie bezieht uns in die Trauer um ihren Großvater ein. Und sie erlaubt Einblicke, was diese Geschichte für sie persönlich bedeutet, warum sie sich zur Aufgabe, zur Erkenntnis, aber auch immer wieder zu einer Auseinandersetzung mit ihrer Gegenwart entwickelt hat.

Erst als ihr Blog schon gestartet war, beschloss die Autorin, zusätzlich auch einen Podcast daraus zu produzieren. Im Gespräch mit Sandro Schröer berichtet sie über den Mehrwert, den sie unter anderem darin sieht, Stimmungen vermitteln, ihrem Thema die Schwere nehmen und die Persönlichkeit ihres Vaters viel besser zum Vorschein bringen zu können:

„Schrift ist zweidimensional, ein Podcast zieht dich in eine Welt.“ Nora Hespers

Spannung durch verschiedene Persönlichkeiten

Nora gibt gemeinsam mit Rita Molzberger noch einen weiteren Podcast heraus. Es ist ein wenig so, wie eine Bekannte zu treffen, ihre Stimme darin wiederzuhören. Auch bei „Was denkst du denn“? spielt ihre Persönlichkeit eine wichtige, inhaltsprägende Rolle, die sich hier im Zusammenspiel und gleichzeitig im Gegensatz zu ihrer Co-Autorin entfaltet. Nora unterhält sich als Journalistin mit der Philosophin Rita über Alltagsphänomene wie die „demokratische Jogginghose“ genauso über philosophische Grundsatzfragen nach Treue und Glück. Während Nora sich den Themen zunächst über ihre eigenen Eindrücke und Erlebnisse nähert und Geschichten dazu erzählt, bereichert Rita das Gespräch meistens von der abstrakten Meta-Ebene und mit philosophischem Gedankengut. Die Spannung entsteht daraus, dass beide offensichtlich zwar ähnliche Interessen und grundsätzliche Haltungen teilen, oftmals aber einen doch unterschiedlichen Umgang damit pflegen. Sehr deutlich wird, wie dieser Podcast von den zwei sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten lebt, als ein dritter, der Philosoph und „Digital Pioneer“ Matthias Burchhardt dazukommt, und die drei sich in Folge 21 über Digitalisierung unterhalten.

Persönlichkeit braucht Authentizität

Die Person als Stilmittel im Podcast funktioniert dann, wenn sie authentisch auftritt –  doch muss das nicht automatisch zum Erfolg bei einem großen Publikum führen. Einige Podcasts habe ich ein- oder zweimal gehört, dann aber nicht weiter verfolgt, weil ich die Autoren nicht mochte – obwohl mich das Thema interessiert hat. Was den großen Gewinn eines Podcasts ausmacht, kann also auch zum Hindernis werden, wenn die Chemie nicht stimmt: eine intensive Nähe, die im besten Fall entsteht, wenn ich intensiv eintauche in das Erzählte, vom Kopfhörer abgeschirmt von sonstigen Geräuschen. Den Machern des Podcasts „Lage der Nation“, die den bewusst persönlichen Kommentar der politischen Ereignisse zum Konzept gemacht haben, ist klar, worauf sie sich damit eingelassen haben, wie einer der beiden, Philipp Banse, in einem Deutschlandfunk-Beitrag erklärt:

 „Das führt dazu, dass manche Leute das komplett unhörbar finden, obwohl sie vielleicht das inhaltlich durchaus interessant finden. Aber die hassen halt die Leute, die das machen. Umgekehrt ist es so, dass manche den Inhalt manchmal auch nicht so toll finden, aber das hören, weil sie die Leute so mögen. Dieser Faktor spielt bei Podcasts eine viel größere Rolle als bei klassisch produzierten Radiosendungen.“

Auch die größeren Podcast-Produktionen der öffentlich-rechtlichen Hörfunk-Sender arbeiten intensiver mit dem Faktor Persönlichkeit als die Sendungen aus dem regelmäßigen Programm. Das ist dann sehr spannend, wenn zum Beispiel in einem NDR-Info-Podcast die beiden Journalisten Benedict Strunz und Philipp Eckstein über ihre Recherchen zu den Paradise-Papers berichten und dabei einen sehr persönlichen Einblick in ihre Arbeit gewähren. Es funktioniert dagegen nicht, wenn die persönlichen Passagen gekünstelt daherkommen, weil sich ein Autor im Zwiegespräch ohne ironische Brechung unwissend gibt, um dem Gegenüber Stichworte für den weiteren Verlauf der Geschichte zu geben. Zu hören in der aufwändig produzierten Podcastserie Cybercrime des Hessischen Rundfunks, die damit die Spannung leider immer etwas verpuffen lässt und mich als Hörerin auf Distanz bringt.

Marke statt Persönlichkeit?

Persönlichkeit schafft nicht nur einen anderen Blick auf das Erzählte, sie schafft auch Vertrauen – wichtiger Pluspunkt in einer Zeit, in der das Publikum nach Orientierung sucht und sich in der Flut der Angebote oftmals überfordert fühlt. Interessant wird dieser Aspekt, wenn man sich die im letzten Jahr erschienenen Podcasts einiger Medienhäuser ansieht. Vor allem die drei Podcasts der ZEIT waren von Anfang an dadurch erfolgreich, dass sie als Marke bereits eine starke Beziehung zu einem breiten Publikum einbringen konnten.

Dennoch fand ich einige diese Podcasts eher uninteressant, wenn darin Sprecher*innen mit vorformulierten Fragen kein wirkliches Gespräch mit den Gästen entwickeln konnten. Vielleicht wollten die Herausgeber hier bewusst die Marke im Vordergrund halten und keine starke Persönlichkeit dazu in Konkurrenz setzen? Das hielte ich für eine vertane Chance: Es könnte die Marke im Gegenteil stärken, einer starken Persönlichkeit in einem Podcast einen eigenen Raum zu verschaffen – vorausgesetzt natürlich, dass diese Person zu der Marke passt. Dann gelingt, was t3n-Chefredakteur Luca Caracciolo in seinem Vortrag bei der Podcast-Konferenz „Subscribe“ über den Podcast des Magazins „Filterblase“ beschreibt, nämlich die Stärkung der Marke durch Persönlichkeit:

„Der persönliche Zugang erhöht das Zugehörigkeitsgefühl der Hörer zur Marke.“
Luca Caracciolo (Minute 17)

Offenbar ist die Stimme in der Lage, eine sehr persönliche Bindung herzustellen, die sich über einen Text vermutlich nicht entwickeln würde. Dass das für beide Seiten, also Produzent*innen wie Hörer*innen, gilt, stellt auch Tim Pritlove in seinem Text heraus:

„Es gibt so eine merkwürdige Verbundenheit auf beiden Seiten obwohl man eigentlich nichts voneinander weiß, aber wenn man sich trifft und ein paar Worte wechselt fühlt es sich für beide Seiten an, als würde man sich seit Jahren kennen.“

 

 

 

 

 

Podcastkritik: „Durch die Gegend“ – Hörstück für Flaneure

Der Medienjournalist und Blogger Stefan Niggemeier, selbst Macher (mindestens) zweier Podcasts, hört selbst selten welche. Das gesteht er Christian Möller, dem Autor des Podcasts „Durch die Gegend“, der sich mit ihm zum Gespräch und zum Spaziergengehen draußen außerhalb von Berlin verabredet hat. Hier kommt Niggemeier auf die Idee, dass man beim Laufen mit Hund eigentlich sehr gut Podcasts hören könnte. Sollte er ausprobieren – und am besten mit „Durch die Gegend“ anfangen. Genau das schlägt auch Christian Möller vor. Niggemeier übernimmt die Vorlage:

„Das wäre ja verwirrend. Dann wäre man in der Gegend und würde anderen Leuten zuhören, wie sie durch die Gegend gehen“.

Christian Möller dreht es weiter:

„Wenn jetzt Leute den Podcast hören, und uns beim durch-die-Gegend-Gehen zuhören, während sie durch die Gegend gehen, und wir reden darüber, dass sie den Podcast hören, ich glaube, dann werden sie wahnsinnig.“

Durch die Gegend-Niggemeier

Man wird nicht wahnsinnig. Und es ist natürlich nicht verwirrend, „Durch die Gegend“ beim Gehen zu hören – ganz im Gegenteil: Diesen Podcast darf man überhaupt nur hören, wenn man selbst spazieren geht. Nur so entfaltet sich sein großer Reiz. Erst in Bewegung entsteht das Gefühl, direkt nebenherzulaufen, während Christian Möller sich mit Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Journalisten oder Politikern unterhält. Ganz nah dran, das Knirschen der Steine beim Gehen direkt im Ohr, wie auch die Hintergrundgeräusche von der Straße oder aus Cafés, das leicht unregelmäßige, etwas schwere Atmen der beiden Laufenden, wenn sie sich beim Gehen unterhalten. Ich habe mich schon zwei- bis dreimal dabei ertappt, in Gedanken selbst eine Frage ins Gespräch zu werfen. Manchmal hat Christian Möller genau die dann gestellt. Und immer wieder habe ich mich umgesehen, wenn Geräusche eines heranfahrenden Autos zu hören waren und ich selbst am Rande einer Straße lief.

IMG_8093 Kopie

Während meines letzten Urlaubs habe ich eine ganze Reihe einzelner Folgen von „Durch die Gegend“ gehört. Vielleicht haben die Umgebung und die Ausnahmesituation meine Begeisterung getriggert. Der Podcast hat mich bei wunderbaren Morgenspaziergängen durch die Bergstraßen einer kanarischen Insel begleitet. Ich war unterwegs unter anderem mit Marina Weisband, Juli Zeh, Igor Levit, Volker Beck und David Wagner. Ich habe Persönliches, Nebensächliches, Überraschendes, auch Bekanntes von diesen Menschen erfahren, die ich meinte, aus den Medien schon etwas zu kennen. Zuhause habe ich getestet: Durch die Gegend funktioniert auch im Alltag, in den Parks und Straßen der Großstadt sehr gut.

Bach

Die Spaziergänger von „Durch die Gegend“ wurden mir beim Hören sympathisch oder ich habe sie nach über einer Stunde Begleitung etwas weniger gemocht. Wie auch immer der Eindruck war: Ich konnte mir selbst ein Bild machen. Denn Christian Möller nimmt sich als Person und Fragender zurück, lenkt das Gespräch nur so weit, wie es gerade nötig ist. Seine Gäste mäandern durch ihre Gedanken, für die er mit seinen Fragen oder einfach die Umgebung die Anstöße liefert. Sie erzählen von ihrer Kindheit oder kommentieren aktuelle Erlebnisse. Der Autor lässt sie in die Rolle von Flaneuren schlüpfen, die sich durch die Gegend treiben lassen und die das, was sie sehen und ihnen begegnet, zu Reflexionen inspiriert. Konsequent, dass Christian Möller die Wahl der Route seinen Gesprächspartnern überlässt.

Er unterbricht nur selten, hat keinen Gesprächsleifaden und stellt keine konfrontativen Fragen. Hat man in Interviews oft das Gefühl, es soll ein rundes Bild entstehen, so bleibt es hier bei Fragmenten. So viel, wie die Person zu geben bereit ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Als Schorsch Kamerun nach einer Stunde aufhören will, lässt Christian Möller Bedauern erkennen (viele Folgen dauern über 90 Minuten) – aber macht dann auch Schluss. Schorsch Kamerun ist übrigens der einzige von denen, die ich bisher „durch die Gegend“ begleitet habe, der es explizit anstrengend findet, über sich selbst zu reden – was man nach einer Stunde Zuhören ganz gut nachvollziehen kann. Die anderen scheinen dankbar, hier selbst den Takt angeben und die Richtung bestimmen zu können, in die das Gespräch läuft – und damit auch das Bild selbst zu formen, das von ihnen entsteht.

Die Auswahl der Gesprächspartner hat mich von Anfang an beeindruckt. Christian Möller gehörte zu den ersten Journalisten, die sich mit dem Grünen-Politiker Volker Beck nach dessen kurzen Rückzug aus der Öffentlichkeit unterhalten haben. Er war letztes Jahr beim Kauf von Drogen erwischt worden. Unaufgeregt lässt der Autor den Vorfall gleich zu Anfang ins Gespräch einfließen und überlässt es Volker Beck, das Thema zu steuern. Christian Möller weiß, wie man Menschen sensibel begegnet. Mit Juli Zeh spricht er darüber, wie Medien sie immer wieder in ein bestimmtes Schema pressen. Wie sie an der Uni lernen musste, mit deutlicher Kritik an ihren Texten fertig zu werden, weil sie dem als überholt geltenden Prinzip des auktorialen Erzählers anhing und damit gegen den Zeitgeist schrieb. Marina Weisband erklärt, warum sie die Piraten verlassen hat und warum sie sich stundenlang in Bastelläden aufhalten kann. Christian Möller hat Menschen für den Gang „Durch die Gegend“ gewonnen, die mich als öffentliche Personen fast ausnahmslos interessieren.

Ich hoffe auf noch viele weitere Folgen, dürft ich Wünsche äußern, zum Beispiel mit Dunja Hayali, Carolin Emcke, Dirk von Lowtzow, Margarete Stokowski, Manuela Schwesig, Daniel Schreiber oder Kathrin Passig. Gespannt bin ich auf die angekündigte Folge mit Sibylle Berg. Und sehr gerne wäre ich als Hörerin dabei, wenn einmal jemand mit Christian Möller durch die Gegend läuft. Am besten durch Lübbecke bei Minden. Dort ist er aufgewachsen, und ich war überhaupt nicht erstaunt, zu hören, dass dieser Autor ein Ostwestfale ist.

„Durch die Gegend“ erscheint im Podcast-Label Viertausendhertz. Über dessen Konzept erfährt man mehr in einem Gespräch bei SRF 4 mit einem der Gründer, Nicola Semak (letzter Teil des Beitrags). Bislang sind 16 Folgen von „Durch die Gegend“ erschienen, den Podcast kann man hier abonnieren.

Der Autor Christian Möller arbeitet als freier Journalist und Radiomoderator in Köln, unter anderem für den WDR und Deutschlandradio.

Podcast-Liebe

new-york-1490250_960_720

  • Gibt es seit letztem Jahr einen neuen Podcast-Hype in Deutschland oder hat die dpa einfach eine Studie nicht richtig gelesen?
  • Sieben gute Gründe für Podcasts
  • Absage an den allwissenden Sender
  • Gute Podcasts finden: Empfehlungen zum Einstieg

Ende letzten Jahres habe ich eine neue Leidenschaft entdeckt, und eigentlich erstaunt mich daran vor allem eines: Warum bin ich erst so spät darauf gekommen? Es geht um Podcasts, die ich theoretisch schon Jahre auf dem weiteren Schirm habe, erst seit einigen Monaten aber regelmäßig auf den Ohren: Beim Spazierengehen, Einkaufen und Kartoffelschälen, beim Joggen und auf dem Weg zur Arbeit. Ich höre Hintergrundinformationen zu Trump und Bannon, Debatten über Fakenews, New Work und Datenschutz, erfahre Details zu spannenden Innovationen aus der medizinischen Versorgungsforschung und lausche einem schönen Gespräch über die verschiedenen Facetten von Luxus.

Podcast-Hype in Deutschland?

Bin ich einfach „Opfer“ eines Trends, gar Booms, von dem im letzten Jahr immer wieder zu lesen war? Die dpa schrieb in einem Bericht (hier SZ) im Februar 2016, die Zahl der Podcast-Nutzer*innen habe sich von 2014 auf 2015 von 7 auf 13 Prozent erhöht, also nahezu verdoppelt. Als Quelle wird die ARD/ZDF-Online-Studie 2015 (S. 443) genannt. dpa wertet den Anstieg als eines von mehreren Indizien für eben jenen angeblichen „anhaltenden Podcast-Trend“. Übersehen worden ist dabei aber, dass man in der Studie 2015 im Vergleich zu 2014 die Frage geändert hatte (sichtbar in der Tabelle vermerkt) und nicht mehr ausschließlich nach abonnierten Podcasts gefragt hatte. Das alleine mag den Anstieg schon erklären. Schon 2016 stagnierte die so deutlich gestiegene Zahl dann auch weiter bei 13 Prozent. Viele Medien, von taz bis Spiegel, haben diesen vermeintlichen Anstieg von Hörer*innen in ihren Texten über einen angeblichen  Podcast-Boom übernommen.

Auslöser: Wissenschaftspodcasts

Kein Hype, kein Trend: Der Auslöser meiner neuen Podcast-Liebe ist klar zurückzuverfolgen. Der Funke sprang über beim „Stammtisch Wissenschaftskommunikation“, einer Veranstaltungsreihe, bei der es im November um Wissenschaftspodcasts ging. Referenten waren Daniel Meßner, der zusammen mit Richard Hemmer den empfehlenswerten Geschichts-Podcast „Zeitsprung“ herausgibt und damit historisches Storytelling praktiziert, und die Kommunikationswissenschaftlerin und Podcast-Expertin Nele Heise. Zur Vorbereitung hatte ich gleich mehrere Podcasts in relativ kurzer Zeit angehört, u.a. den Bredow-Cast vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und den Resonator-Podcast der Helmholtz-Gesellschaft.

Auf der Suche nach meiner persönlichen Podcast-Roll

Neugierig geworden habe ich anschließend in vieles hineingehört, was mir zufällig begegnete, und bin so auf die schon recht bekannten Podcasts gestoßen, von denen diese aktuell zu meinen Favoriten gehören:

3_bild_lageLage der Nation: Polit-Podcast mit dem Deutschlandfunk-Journalisten Philip Banse und dem Juristen Ulf Duermeyer. Kenntnisreicher Hintergrund, Analyse zum aktuellen Geschehen. Ich schätze besonders die Tiefe, die vielen Details und besonders die juristische Perspektive auf die Dinge, die im Gespräch auch für Laien gut verständlich gemacht wird. Spannend, den beiden zuzuhören, die sich offenbar sehr gut vorbereiten und gute Links zum jeweiligen Podcast ergänzen.

7_bild_lila_podcastLila Podcast – ebenfalls ein Podcast zum aktuellen Geschehen, hier mit feministischer Perspektive auf die Themen. Susanne Klingner, Katrin Rönicke und Barbara Streidl, Journalistinnen / Autorinnen, sprechen über „aktuelle Themen, Debatten und interessante Gedanken, die aufgefallen und hängengeblieben sind“. Erhellend, den „Lila Podcast“ und „die Lage der Nation“ mal im Vergleich zu hören – jeweils anders und beide gut. Der Lila Podcast wird herausgegeben von Frau Lila, einer feministischen Initiative, die Frauen vernetzt und  Bildungsangebote, vor allem für die digitale Welt, macht.

8_wirmussenreden„Wir müssen reden“ – Max von Webel, der in den USA lebt und als Softwareentwickler bei Facebook arbeitet, und der Internettheoretiker Michael Seemann aus Deutschland treffen sich ca. zweimal im Monat zum Gespräch und reden ausgiebig, recht frei und intuitiv über das, was im Netz passiert – mit einer kulturell-politischen Perspektive. Beide stecken recht tief in aktuellen Netzdebatten und haben meist eine klare Meinung. Die muss man nicht immer teilen, um von diesem Podcast profitieren zu können.

1_bild_systemfehler Systemfehler – einer der Podcasts, die der zu Anfang des letzten Jahres gegründeten professionellen Podacast-Plattform Viertausendhertz angehören. Der Autor Christian Conradi ist Gründer von Viertausendherz, Redakteur bei Deutschlandradio und Producer. Bei Systemfehler geht er Fehlern, Defekten und Abweichungen in unserer Gesellschaft nach und fragt, wie viel Platz dafür eigentlich bleibt, wenn in sämtlichen Bereichen nach Perfektion gestrebt wird. Mir gefällt besonders der sensible und gute Umgang mit den Gästen, die unaufgeregte Art von Christian Conradi und die ganz unterschiedlichen Themen, die er unter dieser Fragestellung aufspürt, von Künstlicher Intelligenz bishin zum Thema Inklusion. Unter den Podcasts von Viertausendhertz gibt es sicher noch weitere Entdeckungen zu machen, und auch das Konzept der Plattform möchte ich mir noch mal genauer ansehen.

2_bild_piqdpiqd-Podcast: Als Fan der Plattform für gute, ausgewählte Texte, die Expert*innen in ihren Themengebieten bei Piqd kuratieren, also auswählen, empfehlen und  in einen größeren Zusammenhang stellen, gefallen mir auch die Piqd-Podcasts gut. Über Piqd habe ich hier schon mal ausführlicher geschrieben – wer sich für Hintergründe und die Entstehung interessiert, sollte sich den ersten piqd-Podcast anhören, in dem die Verantwortlichen Idee und das Konzept sehr gut herüberbringen.

Bewusst habe ich dann nach Podcasts von Frauen gesucht, die mit Politik/Medien/Internet zu tun haben. Hilfreich dabei war neben einem Austausch mit Anne Peter von „Nachtkritik“ auf Twitter die umfangreiche Liste von Nele Heise, die Podcasts von Frauen zu allen möglichen Themen kollaborativ sammelt. Podcasts, die ich regelmäßig höre, unterstütze ich mit einem kleinen Obulus. Denn alle Podcasts entstehen erst einmal als Hobby der Macher*innen, und selbst die bekannteren werden ihren zeitlichen Aufwand höchstens in Ausnahmen durch die Zahlungen ihrer Hörer*innen begleichen können.

Neben den Podcast von einzelnen Menschen höre ich immer wieder auch die Podcast-Angebote der öffentlich-rechtlichen Hörfunksender, die ich zum Teil schon länger kenne. Favoriten sind:

Sieben gute Gründe für Podcasts

Je intensiver ich gehört habe, desto bewusster wurden mir die großen Vorteile – so ist diese Liste mit  guten Gründen für Podcasts entstanden, die sicher noch zu ergänzen ist:

Unbegrenzte Verfügbarkeit: Podcast lassen sich überall und jederzeit hören. Mit dem Smartphone haben wir sie quasi immer in der Tasche – über die Apps lassen sich abonnierte Podcasts automatisch aktualisieren und – einmal heruntergeladen – auch offline hören.

Eine andere Sinneswahrnehmung: Informationen nehmen die meisten Menschen vorrangig visuell auf: über Texte, Bilder und Zeichnungen in Zeitungen, Büchern, Blogs und in Filmen. Beim E-Mail-Lesen, beim Schreiben, bei der Arbeit, aber auch in der Freizeit. Experten schätzen, „dass etwas 85-90 Prozent der aufgenommenen Informationen über die Augen in den Organismus gelangen.“ (Kroeber-Riel 1987, zitiert in Informationspsychologie, S. 13). Es ist geradezu erholsam, wenn zur Abwechslung einmal nur der Hörsinn gefordert ist.

Bessere Konzentration: In einem Alltag voller visueller Eindrücke fällt es mir beim Hören leichter, konzentriert zu sein, auch, weil ich Podcasts fast ausschließlich über Kopfhörer höre. Während ich beim Lesen immer wieder andere visuelle Reize und Informationen ausschalten muss – vor allem online –, so ist es bei Hören einfacher, sich auf eine Quelle zu konzentrieren.

Hören und bewegen: Eines der für mich ausschlaggebenden Argumente für Podcasts ist, dass man sich bewegen kann, während man sie hört. Lernpsychologen werden vermutlich schon untersucht haben, ob man Informationen nachhaltiger aufnehmen kann, während man körperlich aktiv ist. Ich glaube ja und habe den Eindruck, das, was ich gehört habe, besser zu behalten, als wenn ich es gelesen hätte. Was noch mehr zählt: Es ist mir vor allem nach viel Arbeit am Schreibtisch ein großes Bedürfnis, mich zu bewegen. Lesen beim Joggen oder Spazierengehen funktioniert einfach nicht – Podcast hören dagegen sehr gut.

Routinearbeiten aufpimpen: Gemüse schnippeln, einkaufen, Wäsche aufhängen: Tätigkeiten, die ich ausführe, ohne groß darüber nachzudenken. Podcast hören ist eine wundervolle Ergänzung. Es stimmt zwar: Das geht an die Zeit, in der man seinen eigenen Gedanken nachsinnt oder einfach einmal an gar nichts denkt, vielleicht Musik hört. Aber es kann auch ganz erholsam sein, über Podcasts wieder auf andere Gedanken zu kommen als die, um die man gerade kreist.

Geschlossenes Ganzes mit Dialogpotenzial: Die Diskussionen über Podcasts starten in der Regel erst dann, wenn die Nutzer*innen sie gehört haben, auf den zugehörigen Websites in den Kommentaren. Über Texte im Netz dagegen wird oftmals diskutiert, ohne dass alle Beteiligten sie ganz oder überhaupt gelesen hätten. Auch Hatespeech oder Trolle scheinen eher keine Probleme zu sein. Beides ist mir zumindest in den Kommentaren der Podcast-Websites noch nicht begegnet.

Freie Formate: Podcast zeichnet eine  Form von „Unprofessionalität“ aus, im positiven Sinne des Wortes, dass es keine standardisierten Beitragslängen gibt, keine zurechtgeschnittenen Statements, dass Pausen beim Reden genauso erlaubt sind wie unfertige Sätze und Slang. Einige Podcaster*innen schätzen es explizit, im Podcast Gedanken entwickeln und zur Diskussion stellen zu können, die vielleicht noch nicht zu Ende gedacht sind, hier aber ihren Raum finden und im besten Fall weiter wachsen und reifen können. Ein weiterer guter Effekt ist, dass auch Menschen, die beruflich nicht journalistisch arbeiten, ans Mikro kommen, ihre fachliche Kompetenz einbringen oder einfach mal eine andere Herangehensweise an Themen: als Autorin, Juristin etc.. Im klassischen Radio sind sie meist nur als Gäste zu hören, in Podcast werde sie zu Macher*innen. Interessant finde ich, dass es einzelnen Autor*innen offensichtlich auch ein Anliegen ist, aus der Nische des Phänomens Podcasting herauszukommen. Philipp Banse sagte zum Beispiel in der letzten „Lage der Nation“ vom 24. Februar, er möchte den Begriff „Podcast“ am liebsten durch „Radio“ ersetzen – vielleicht weil Podcasts von vielen immer noch als umprofessionell im Sinne von „laienhaft“ wahrgenommen werden? Nicht nur angesichts der vielen Journalist*innen, die sich in Podcasts in alternativen Formaten ausprobieren, passt diese Zuschreibung aber nicht (mehr). Dass sich auch die deutsche Podcast-Szene weiterentwickelt, zeigt auch der Einblick in die deutsche Podcast-Szene bei t3n.

Verantwortung: Faktchecking im Podcast?

Ein anderer Aspekt von „Unprofessionalität“ ist Thema einer Diskussion, die Michael Seemann in „Wir müssen reden“ aufmacht. Er fragt am Anfang der 108. Folge, ob vor dem Hintergrund eines polarisierenden Meinungskampfes in den Medien, angesichts des Abdriftens verschiedener Gruppierungen in ihren Diskursen, die Sorgfaltspflicht, der Anspruch auf Wahrhaftigkeit und Professionalität nicht auch für Podcaster*innen wachsen müsse. „Wir müssen reden“ ist als Kneipengespräch konzipiert, dem man vom Nebentisch zuhören kann – aber natürlich erwächst mit einer gewissen Zahl an Hörer*innen auch eine Verantwortung. Michael Seemann ist es eher unangenehm, über Dinge zu sprechen, die man „im Vorbeigehen gelesen hat und nur zu 75 Prozent straight bekommt“.

Vielleicht aber haben gerade Podcasts ein gutes Potenzial mit dieser Verantwortung umzugehen und eine gewisse Fehlbarkeit transparent zu machen? Gerade weil sich die Autor*innen im Podcast – anders als bei vielen journalistischen Beiträgen – erlauben können, auch einmal zu sagen: „Ich bin mir da gerade nicht so sicher“ ist die Gefahr der Desinformation per se eigentlich geringer, die Verantwortung der Hörer*innen explizit größer. Unvorstellbar, dass ein Radiomoderator in laufender Sendung sagt: „Das muss ich mal eben im Internet nachschauen“, oder „ich weiß es gerade nicht, vielleicht weiß es jemand von euch“. Im Podcasts kommt das immer mal wieder vor, genau wie der Hinweis an die Hörerschaft, man müsse sich erst noch einmal schlau machen und werde das Thema noch einmal aufgreifen oder in den Kommentaren Hinweise geben. Fehler sind erlaubt – Hinweise von Hörer*innen gewünscht. Es wird erst gar nicht der Eindruck erweckt, hier sitze ein allwissender Sender von gesicherten Informationen am Mikrofon.

Ich würde mir wünschen, dass etwas mehr von dieser Offenheit, etwas mehr vom Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit sich auch im klassischen Journalismus durchsetzen könnte. Denn diese klar kommunizierte Haltung überlässt eine Restverantwortung dem Publikum, das aufgefordert ist, wachsam zu bleiben, auch andere Informationsquellen heranzuziehen und gegebenenfalls Zweifel zu äußern, Informationen zu hinterfragen, vielleicht auch eigenes Wissen beizutragen.

Wie finde ich gute Podcasts?

Meine eigene Podcast-Roll ist erst im Entstehen. Weit entfernt davon, einen wirklichen Überblick zu haben oder gar Geheimtipps geben zu können, möchte ich hier – als Ergänzung zu den bereits im Text genannten Podcasts – noch ein paar weitere Empfehlungen loswerden – eine Liste die sicher noch wachsen wird. Auf Twitter habe ich vor Kurzem eine Liste mit den Podcasts angelegt, die einen eigenen Twitter-Account haben, bei einigen habe ich den der Macher*innen gelistet. Es sind Podcasts, über die ich weiter auf dem Laufenden bleiben möchte, weil sie mich gleich beim ersten Hören angesprochen haben, oder solche, die ich noch höre möchte.

Erste Empfehlungen

Kleiner drei: Der Podcast zur Autor*inneplattform <3, mit Themen rund um Politik und Popkultur und Herzensthemen von Menschen mit feministischer Haltung. In den Folgen, die ich gehört habe, ging es um den Women’s March in Washington: Die Aktivistin Deanna Zandt im Gespräch mit Anne Wizorek. In der aktuellsten Folge geht es um eine Abkehr von Twitter und Alternativen für das soziale Netzwerk – zum Beispiel einfach mal analog sein.

Anekdotisch Evident: Mit reinen „Laber-Podcasts“ kann ich weniger anfangen, mit Podcasts wie diesen, die mir soziologisch-philosophisch gefärbte Einblicke die Alltagskultur bieten, dagegen sehr viel. Das Konzept der Journalistin/Autorin Katrin Rönicke (die auch beim Lila Podcast und bei piqd zum Team gehört) und der Autorin Alexandra Tabor liegt in der Konkretisierung  wissenschaftlicher Erkenntnisse durch die Verknüpfung mit Anekdoten aus der persönlichen Erfahrung. Der Podcast ist gerade erst gestartet, die erste Folge handelt von Luxus und ist hörenswert. Ich habe Alexandra Tabor schon in einem anderen Podcast gehört – und ihre schwungvolle, pointierte Art zu reden von Anfang an gemocht- im Duo mit Katrin Rönicke noch mal hörenswerter.

Mutti und ichDie Journalistin /Autorin Marietta spricht mit ihrer Mutter – am Telefon, bei Besuchen. „Wir sollten unsere Mütter befragen, solange sie leben. Denn jede hat ihre eigene Geschichte. Und vielleicht kennen wir sie gar nicht so gut, wie wir denken“, sagt Marietta Schwarz. Den Gesprächen mit ihrer Mutter kann man stundenlang lauschen, was sicher auch viel mit dieser eben besonderen Mutter zu tun hat. Weitere Gespräche sollen folgen, von anderen Kindern über andere Mütter. Irgendwann, so heißt es auf der Website, könnte so ein Mütter-Archiv entstehen. Ein schönes, inspirierendes Projekt.

Übermedien: Der Podcast zum Medienblog von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz. In den Podcasts unterhalten sich Stefan Niggemeier und Sascha Lobo. Meine Lieblingsfolge ist die Nummer drei (von insgesamt vier, mit Abständen, die immer größer werden) „Mehr Ächtung wagen“, in der die beiden über den „richtigen“ journalistischen Umgang mit der AfD diskutieren. Sehr gute Gedanken, zwei unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema, die gerade dadurch besonders sichtbar werden, dass die zwei sich im Gespräch ganz schön im Kreis drehen.

Reihen

Böll Spezial: Themenreihen der Heinrich-Böll-Stiftung, mich hat besonders das aktuelle über Digitalen Wahlkampf interessiert, von Social Bots bis Microtargeting.

New Work: Zehnteilige Serie bei Deutschlandradio Kultur: Inga Höltmann gibt Einblicke in die durch Digitalisierung geprägte Arbeitswelt und spricht mit Menschen, die neue Modelle erproben oder die Entwicklungen analysieren – von digitalen Nomaden über Personalberaterinnen für Jobsharing bis hin zu Experten für digitale Führungsmodelle.

Wer selbst suchen möchte: Es gibt die Podcast-Suchmaschine fyyd, noch in der Beta-Phase, in der sich nach Stichworten und einzelnen Gebieten wie Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur suchen lässt. Auf der Seite Wissenschaftspodcasts.de kuratiert ein Team von Wissenschaftspodcaster*innen das Angebot aus dem Bereich Wissen und Wissenschaft.

In Zukunft möchte ich meine Fühler noch in Richtung USA ausstrecken. Dort spielen Podcasts eine viel wichtigere Rolle als bei uns  – sicher auch deshalb, weil es kein so umfangreiches Angebot an öffentlich-rechtlichen Sendern gibt. Darauf neugierig gemacht hat mich übrigens die aktuelle Folge von Frequenz 4000, in der Christian Conradi mit der Produzentin, Reporterin und Journalistin Luisa Beck über die US-Podcastszene und Unterschiede zu Deutschland spricht. Frequenz 4000 ist der Meta-Podcast von Viertausendhertz, in dem die Gründer*innen des Labels berichten, wie es ist, ein Podcast-Label zu betreiben und weiterzuentwickeln.

Was andere empfehlen

Die Journalistin und Bloggerin Eva Schulz hat ein paar gute Fundstücke in ihrer Blogroll, die vor allem englischsprachige Podcasts enthält – ihr verdanke ich den Hinweis auf den Mutti-Podcast.

„Diese Podcasts sollten Sie hören“ – findet die Süddeutsche Zeitung, mit 50 Podcast-Tipps zum Sommer 2016, sortiert nach Themenbereichen

5 empfehlenswerte Literaturpodcasts aus dem Blog Literaturtourismus (April 2016)